Müllers Wohnstube

„Sou hemmer g’lebt“ – Man bekommt hier einen Eindruck wie die Müllersfamilie damals gelebt und gewohnt hat.

Die Webersgasse

In Sulzdorf hat das Weberhandwerk immer eine große Rolle gespielt. In der Mitte des vorigen Jahrhunderts gab es hier 6 Webermeister (einer davon Obermeister) und 25 Webersgesellen.
Man beachte den Webstuhl aus dem Jahr 1729! Dann die Geräte zur Aufbereitung von Flachs, bis hin zur Wolle: Riffel, Breche, Hechel, Schwinge, dann Spinnrad, Spulrad und Haspel. Auf der Wäscheleine die fertige Ware!
An der Wand ein Epitaph aus Holz: ein Webermeister aus Dörrenzimmern verliert 1838 in 11 Tagen 6 Kinder!
Man lese: Friedrich Abele „Wir Stephanskinder von der Webersgasse“ (Hohenl.Gänsefüßchen).

Die Küche

Hier sind wir tatsächlich in der alten Müllersküche. Siehe die Steinbodenplatten! Der Herd stammt aus dem „Amtmannhaus“ in Sulzdorf. Das aufliegende Kochbuch ist das von Rösle Blumenstock aus dem Jahr 1901, selbstverständlich handgeschrieben.

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Die Schmiede

Um den Nachlaß der beiden letzten Sulzdorfer Schmiedemeister Willi Egner und Erich Matthes sicherzustellen wurden die Gegenstände im Depot im Haus der Ortsgeschichte eingelagert. Die Hufbeschlagwerkzeuge stammen von Schmiedemeister Friedrich Brenner (Oberscheffach). Die Schmiede wird nach dem Umbau des ehemaligen Stalls in der Mühlenscheune ihren endgültigen Platz finden.

Der Abort oder auch s' Häusle!

Der Besucher geht jetzt noch zur Besichtigung auf das „Plumpsklo“.

Die Schusterstube

Viele und gute Schuster hat es in Sulzdorf immer gegeben. Nach dem Zweiten Weltkrieg haben sich einige Schusterwerkstätten „im Nichts aufgelöst“. Der einzige ortsansässige Schuster braucht sein Werkzeug noch tagtäglich selber. So war es ein großer Glücksfall, dass wir durch Vermittlung von Frau Rose Traub den Nachlass von Schuhmachermeister Hermann Haag aus Kohlstetten bei Münsingen bekamen. Das waren noch Zeiten, als man als Kind dem Schuster und auch den anderen Handwerkern noch bei ihrer Arbeit zusehen durfte.

Die Knechts- und Magdkammer

In jedem ordentlichen Bauernhaus und natürlich auch in der Mühle gab es früher Knechte und Mägde. Unter sachkundiger Beratung solcher Einwohner, die selbst noch Knecht oder Magd gewesen sind, entstanden diese Kammern „naturgetreu“ unter dem offenen Dach. Im Winter spannte die Magd ihren Schirm über das Kopfkissen, damit sie morgens nicht „eingeschneit“ war.
Nur eines stimmt bei diesen Knechts- und Magdkammern nicht: sie lagen nie so dicht beisammen! Die Magdkammer war meist unter dem Dach, die Knechtskammer fernab in der Nähe des Pferdestalles.
Im Haus der Ortsgeschichte sollen vor allem auch die unteren Stände des Dorfes dargestellt werden. Dorfgeschichte ist immer auch ein Stück Sozialgeschichte!.

Die Malerstuben des Friedrich Neu

Im „Haus der Ortsgeschichte“ wird schwerpunktmäßig das Dorfhandwerk vorgestellt. Von dem Schuster, Weber und Schmied hörten wir schon.
Zu den echten Dorfhandwerkern gehört der Maler. Am Beispiel von Malermeister Friedrich Neu soll ein Handwerkerleben umfassend dargestellt werden. In der Malerstube, wird dokumentiert, wie Friedrich Neu in Obersontheim und Sulzdorf 1979 durch zwei Ausstellungen geehrt wurde. „Ehret die Lebenden, die Toten hören so schlecht!“
Die 6 Lebensgebiete von Friedrich Neu:

  • Die Familien-Geschichte: Elternhaus, Verheiratung……… wir danken Herrn Albrecht Gaiser und Frau für die freundliche Überlassung des Nachlasses!
  • Der Handwerker: In seinem Malerberuf: Lehrling, Geselle, Meister, Geschäftsgründer ……
  • Der „Soldat“: Er nahm aktiv an beiden Weltkriegen teil. Die Soldatenbilder sagen aus: Soldat sein war gezwungenermaßen ein Teil seines Lebens. FN war aber kein Militarist; in seinen Lebenserinnerungen spricht er deutlich vom „Wahnsinn Hitlers“.
  • Der „Künstler“: Er war als Maler ein Handwerker, aber auch ein Kunstmaler. Bürgermeister Specht:“Neus Bilder sind echte Volkskunst.“
  • Der Christ: Er war viele Jahre Kirchenpfleger. Ein schlichter, treuer und glaubwürdiger Christ!
  • Der „Schriftsteller“: Er schreibt seine Lebenserinnerungen und seine Maleranekdoten. Veröffentlicht in „Hohenloher Gänsefüßchen“.

Alle diese 6 Lebensgebiete sind in der Ausstellung nicht streng getrennt. Im Leben fließen die Dinge auch ineinander über.

Das Backhäusle

Nach Besichtigung des Hauses dürfen Sie auf gar keinen Fall das „Backhaus“ aus dem Jahre 1864 vergessen. Dort ist alles „echt“, da kann man noch Blooz und Brot backen und es schmeckt ausgezeichnet!

Die große Pflugschau

Am 19. Oktober 1980 fand vor dem „Haus der Ortsgeschichte“ eine große Pflugschau statt. Die Meisten der von den Bauern zur Verfügung gestellten Pflüge wurden anschließend gestiftet oder als Leihgaben zur Ausstellung überlassen.
Zur Zeit werden die Pflüge in der Museumsscheune ausgestellt..

  • Im jungsteinzeitlichen Sulzdorf gab es den Saatfurchenbau. Mit verschiedenen hölzernen Handhaken wurde eine Furche gezogen (siehe Holzhaken).
  • In der Eisenzeit um 600 v. Chr. ging man vom Saatfurchenbau zum Saatbettbau über. Dieser Saatbettbau erfolgte über lange Zeit mit Haken aus Holz. Noch heute werden 75% des bestellten Ackerlandes mit „Haken“ aufgerissen und nur 25% mit dem Pflug gewendet.
  • In unserer Gegend hat sich der Pflug auf breiter Basis erst um 1800 ausgebreitet und durchgesetzt.
  • In unserer Sammlung überwiegt der typisch altdeutsche Landpflug; zuerst aus Holz, dann aus Eisen.
  • Dann kommt der Kehrpflug, auch Wendepflug genannt.
  • Der „Goldene Pflug“ war keineswegs aus Gold, sondern er war der „Renner“ der Hohenheimer Pflugfabrik; 1843 im Cannstatter Volksfestzug mitgeführt.