Lage und Größe
Die Gemarkung Sulzdorf wird im Westen von den Limpurger Bergen, im Süden vom Fischachtal sowie im Osten vom Bühlertal begrenzt und geht im Norden in die Haller Ebene über. Durch die Ortschaft fließt der Schwarzlachenbach, der oberhalb des Weilers Anhausen in die Bühler mündet.
Sulzdorf liegt an der Murr-Bahnlinie Stuttgart – Backnang – Schwäb.Hall-Hessental – Crailsheim und an der Autobahn Heilbronn – Nürnberg A 6 mit den Anschlussstellen Kupferzell, Schwäbisch Hall und Ilshofen-Wolpertshausen.
Am südwestlichen Ortsrand vorbei verläuft die Landesstraße L 1060 von Schwäbisch Hall nach Ellwangen. Sulzdorf ist der größte Teilort im Osten der Stadt Schwäbisch Hall.
Landkreis: Schwäbisch Hall
Regierungsbezirk: Nordwürttemberg, Sitz Stuttgart
Regionalverband: Franken, Sitz Heilbronn
Lage:
Sulzdorf liegt ca. 9 km östlich von Schwäbisch Hall. Der stillgelegte Bahnhof in Sulzdorf liegt auf einer Höhe von 385,131 m über NN.
Teilorte:
Zum Hauptort Sulzdorf zählen die sieben Weiler Matheshörlebach, Dörrenzimmern, Anhausen, Buch, Hohenstadt, Jagstrot und Neunbronn.
Fläche:
Die Markungsfläche umfasst insgesamt 1947,7 ha.
Infrastruktur:
Schulen, Sporthallen und Sportplätze, Kindergärten, Jugendraum, evangelische Kirche, evangelisches Gemeindezentrum, VR Bank, Poststelle, Lebensmittelmarkt, Vereine, Industriegebiet, Heimatmuseum „Haus der Ortsgeschichte“, 18-Loch-Golfanlage, ÖPNV.
Verwaltung
Die ehemals selbständige Gemeinde Sulzdorf wurde am 1. Januar 1972 zur Stadt Schwäbisch Hall eingemeindet. Seitdem ist in dem räumlich vom Stadtgebiet getrennten Ortsteil Sulzdorf die Ortschaftsverfassung eingeführt, ein Ortschaftsrat von zehn Mitgliedern gebildet und eine örtliche Verwaltung eingerichtet worden.
Bezirksamt Sulzdorf
Stadt Schwäbisch Hall
Bezirksamt Sulzdorf
Martin-Luther-Straße 11
74523 Schwäbisch Hall
https://www.schwaebischhall.de/de/rathaus-service/ortschaftsraete/sulzdorf
Öffentliche Einrichtungen
Kindergärten und Schulen
| Grundschule | Hallweg 2-4 |
| Kindergarten Hallweg | Hallweg 5 |
| Kindergarten Pusteblume | Hofbauernweg 6 |
Weiterführende Schulen befinden sich im 7 km entfernten, mit Schulbussen gut erreichbaren Schulzentrum Ost (Hauptschule Schenkensee, Realschule Schenkensee und Gymnasium bei St. Michael).
Sportstätten und Festhallen
| Turn- und Festhalle | Martin-Luther-Str. 21 |
| Ballspielhalle | Ladestraße 15 |
| Sportanlage „Mahläcker“ mit Sport- und Tennisplätzen | Mahläcker |
| Golfplatz (18-Loch) | Dörrenzimmern |
| Schützenhaus | |
| Kegelcenter |
Einrichtungen für die Jugend
| Jugendraum in der Turn- und Festhalle | Martin-Luther-Str. 21 |
Öffentliche Verkehrsmittel
Die Stadtbusanbindung sorgt für eine rasche Erreichbarkeit des 9 km entfernten Stadtzentrums von Schwäbisch Hall.
Der Regiobus fährt stündlich zum Bahnhof in Hessental.
Gewerbe
Gewerbe und Dienstleistungen
Im Südwesten der Ortschaft Sulzdorf haben sich – getrennt von den Wohnbereichen durch die elektrifizierte Murr-Bahnlinie – im Gewerbegebiet zahlreiche mittelständische Betriebe angesiedelt.
Die städtische Wirtschaftsförderungspolitik verfolgt konsequent die Schaffung von zukunftsorientierten Arbeitsplätzen im Industrie- und Gewerbegebiet Sulzdorf, das in den letzen Jahren eine wechselhafte Entwicklung verkraften musste. Es wird aber künftig von der Sogwirkung des nahe gelegenen „SOLPARKS“ profitieren, einer zum modernen Gewebepark umgestalteten Konversionsfläche der US-Streitkräfte.
Die Ortsmitte von Sulzdorf präsentiert sich als attraktiver Wohn- und Arbeitsbereich mit einem ansprechenden Dienstleistungsangebot, mit zwei Kindergärten, dem Evangelischen Gemeindezentrum, der Volksbank, einer Poststelle sowie einem modernen Lebensmittelmarkt mit integrierten Wohnungen.
Vereine / Freizeitangebote
Als örtliche Kulturträger bieten zwölf Vereine eine ausgewogene Palette von Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung an:
- Gesangverein
- Golfclub Schwäbisch Hall
- (Platz in Dörrenzimmern)
- Heimatverein (mit Wandergruppe)
- Landfrauenverein
- Schützenverein Sulzdorf-Hessental
- Sportkegelclub
- Tennis-Club
- TSV-Sulzdorf
- Ev. Kirchenchor
- Ev. Posaunenchor
Die großzügig gestalteten Sportanlagen „Mahläcker“ unterstreichen die starke Position des TSV Sulzdorf, dem mit über 1.000 Mitgliedern drittgrößten Verein der Stadt Schwäbisch Hall.
Der Golfclub Schwäbisch Hall betreibt bei Dörrenzimmern eine eindrucksvoll gestaltete, ca. 70 ha große 18-Loch-Anlage, auf der bedeutende Turniere ausgetragen werden.
Der Schützenverein kann auf einer gut ausgebauten Schießanlage im Außenbereich trainieren.
Der Tennis-Club bietet Spielmöglichkeiten auf vier Plätzen an.
Im Kegel-Center können die Mitglieder des Sportkegelclubs erfolgreich agieren.
Mit rd. 250 Mitgliedern sind die rührigen Sulzdorfer Landfrauen der größte Landfrauenverein im Kreis Schwäbisch Hall.
Der Gemischte Chor des Gesangvereins kann auf eine lange Tradition zurückblicken.
In der grünen Ortsmitte befindet sich das „Museums-Ensemble“ mit Mühlengebäude, Museums- und Mühlenscheuer. Es wird von Mitgliedern des Heimatvereins und des Kuratoriums „Haus der Ortsgeschichte“ betreut, die dabei einen bedeutenden Beitrag zur Pflege der Sulzdorfer Ortsgeschichte leisten.
Schwäbisch Hall
Die Stadt
Zitiert aus: www.burgen.strasse-online.de:
„Natur hat diese Stadt gewiegt und Kunst hat sie gebildet.“ Mit diesen Worten leitete die Dichterin Ricarda Huch 1927 ihre Schilderung der alten Reichsstadt ein. Die Entstehung Schwäbisch Halls wurde von der Natur, von der hier zu Tage tretenden Salzquelle, bestimmt. Aber es waren eben auch die Menschen, die bewirkten, dass diese abseits der großen Straßen des Mittelalters in einem engen Tal versteckte Stadt Bedeutung erlangte. Sie nutzten die Salzquelle und trieben lebhaften Handel, sie bauten schützende Mauern um die Stadt und schufen all die Kunstschätze, die Schwäbisch Hall heute zu einer Besonderheit unter den alten Städten machen.
Schwäbisch Hall zählt mit den Stadtteilen Hagenbach, Steinbach, Hessental, Tüngental, Weckrieden, Sulzdorf, Gailenkirchen, Bibersfeld, Gelbingen und Heimbach rund 35 000 Einwohner. Es ist Sitz des gleichnamigen Landkreises. Früher hieß die Stadt nur „Hall“. Erst 1934 kam das Attribut „Schwäbisch“ hinzu, das von den Einwohnern mehr geduldet als geliebt wird, denn sie sind nun mal keine Schwaben, sondern Franken. Die Stadt der Freilichtspiele hat eine der berühmtesten und mit 54 Stufen und 70 Meter Breite eine der größten Treppen Baden-Württembergs. Ohnehin sind Treppen symptomatisch für Schwäbisch Hall, denn Bürger und Gäste haben es bei ihrem Spaziergang durch die schmalen Gassen mit einem ständigen Auf und Ab zu tun. Wer die Stadt genießen will, und das ist nur zu Fuß möglich, der sollte sich Zeit nehmen für eine Führung, die jeden Samstagnachmittag von Mai bis Oktober durchgeführt wird. Dass Schwäbisch Hall seit seiner ersten Blüte in staufischer Zeit eine reiche Stadt war, beweisen vor allem viele Sakral- und Profanbauten aus verschiedenen Epochen. Beim Gang durch die mittelalterlich geprägte und dennoch von pulsierendem Leben erfüllte Altstadt, die als eine der schönsten historischen Altstädte in Baden-Württemberg gilt, wird man immer wieder mit Zeugnissen alter Reichsstadtherrlichkeit konfrontiert.
Ein gutes Beispiel dafür ist der Marktplatz. Hier findet man auf engstem Raum beinahe alle Baustile, die im christlichen Abendland vertreten sind: die Romanik im Westturm der Michaelskirche, die Gotik und Spätgotik in St. Michael, die Renaissance in den ehrwürdigen Patrizierhäusern südlich des Rathauses, das Barock im 1735 eingeweihten Rathaus wie auch in der ehemaligen Bürgertrinkstube, das Rokoko im ehemaligen Haus Finckh (Café am Markt) und den Klassizismus im marktseitigen Vorbau der Löwenapotheke. Die ältesten Hausteile stammen von 1250, das jüngste Gebäude von 1817. Es liegen also über 550 Jahre dazwischen, und dennoch vereinigen sich alle Stilelemente zu einem harmonischen Gesamtbild. Wenn dann mittendrin auch noch der bunte Wochenmarkt aufgebaut oder Theater gespielt wird, so zählt der Haller Marktplatz zu den schönsten weit und breit. Überhaupt ist Schwäbisch Hall eine Augenweide. Über dem Kocher wachsen romantisch die Altstadtbauten aus dem Tal empor, zwischen denen sich immer wieder grüne Oasen befinden. Über das ganze Stadtgebiet verteilen sich die Befestigungswerke der mittelalterlichen Stadtmauer. Nur zum Thema Burg hat die Stadt kaum etwas zu bieten. Die einstige Anlage der Schenken von Limpurg wurde 1575 abgerissen und ist nur noch in Umrissen zu erkennen.
Zur Geschichte
„Am Kocher Hall die löblich Statt, vom Saltzbrunn ihren Ursprung hat.“ So lautet ein Spruch auf der 1643 von Hans Schreyer geschaffenen „Neuhaustafel“. Wie Ausgrabungen und Funde belegen, siedelten schon Kelten und Römer in vorchristlicher Zeit im Kochertal und nutzten die Salzquellen. Das Salz, das „weiße Gold des Mittelalters“, förderte die Entwicklung der topographisch ungünstig im engen Tal gelegenen Siedlung und verhalf ihr zu wachsendem Ansehen und Wohlstand.
1037 im „Öhringer Stiftsbrief“ als „Villa Halle“ erstmals urkundlich erwähnt, entwickelte sich der Ort bald zu einer bedeutenden Stadt. Die erste urkundliche Erwähnung als Stadt stammt aus dem Jahre 1204. Ab 1280 blieb die Reichsunmittelbarkeit, die in den Jahren zuvor gegen die Schenken von Limpurg erkämpft worden war, unbestritten. Der Stadtrat setzte sich ab 1340 aus zwölf Adligen, sechs Mittelbürgern und acht Handwerkern zusammen.
Schon zu Kaiser Barbarossas Zeiten hatte Schwäbisch Hall ein eigenes Markt- und Münzrecht. Der hier geprägte Heller (ursprünglich: Häller) und das Salz, das bei der auch heute noch fließenden Quelle durch Verdampfen der Sole gewonnen wurde, trugen den Namen der Stadt in alle Lande. Das Geschäft mit dem Salz führte allerdings auch zu manchen Auseinandersetzungen. So verfügten die Erbschenken von Limpurg über das zum Salzsiedeln erforderliche Holz – und das war nicht wenig. Bis zu 130 000 Kubikmeter wurden benötigt, um 111 Pfannen zu sieden. 1431 wurde sogar das Limpurger Tor für 100 Jahre zugemauert. Um die Bedrohung einzudämmen, kaufte 1541 die Reichsstadt die aus dem 13. Jahrhundert stammende Burg der Limpurger und ließ sie 1575 abtragen.
Bereits 1523 hatte der Prediger Johannes Brenz in Hall die Reformation eingeführt. Da er jedoch kein „Bilderstürmer“ war, blieben fast alle religiösen Kunstwerke in den Kirchen erhalten. Der Bauernkrieg verschonte die Stadt. Ihren Einwohnern brachte er aber den heute noch gebräuchlichen Spitznamen „Doovelich“ ein, eine Verniedlichung des Vornamens David, den viele Haller ihren Söhnen gaben, nachdem sie ein überlegenes Bauernheer durch ein paar Kanonenschüsse in die Flucht geschlagen hatten. Der Dreißigjährige Krieg (1618 bis 1648) zog die Stadt hingegen schwer in Mitleidenschaft. Hunger, Pest und Typhus dezimierten die Einwohnerzahl. Zwei verheerende Brände (1680 und 1728) verwüsteten später einen großen Teil der Altstadt.
1802 war die Zeit der stolzen Reichsstadt vorbei. Württembergische Truppen besetzten im Zuge der Napoleonischen Kriege Hall und beschädigten das geistige und wirtschaftliche Leben. Die Siedersfamilien der neuen Oberamtsstadt traten ihre Quellrechte gegen eine „auf ewig zu zahlende Rente“ ab, die auch heute noch vom Land Baden-Württemberg an die Nachkommen gezahlt wird.
Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte Schwäbisch Hall eine neue Blütezeit. Dank der nicht geringen Steuereinnahmen, unter anderem auch von der Bausparkasse Schwäbisch Hall, konnte die Stadt großzügig renoviert, modernisiert, erweitert und damit zu einem lebendigen und lebenswerten Mittelzentrum gestaltet werden.“