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Dorfbrand 1670

"Ganz Sulzdorf war ein Backofen"

Am Montag, den 30. Mai 1670 wird im Rat der Stadt Hall vorgetragen, dass in der „Sultzdorffer Gemeyndt fast alle Scheuren und Häuser abgebrandt“ (Ratsprotokolle 1670, 4/277, S. 327). Bereits am Freitag, den 27. Mai 1670 war Ratssitzung. Da wird über den Brand in Sulzdorf noch nichts berichtet. Als Brandtag scheidet der Sonntag aus, da die Anna Hermännin da ja nicht backen durfte. Da die Haller „Sieder und Feurer“ eine Nacht und einen Tag in Sulzdorf blieben und für das Versäumnis ihrer eigenen Arbeit 8 Gulden erhielten, so kann sich das wohl nur auf den Samstag beziehen. Demnach ist der Brand am Freitag ausgebrochen und es brannte dann vom Bohnenviertel aus die ganze Nacht in den Samstag hinein. Der darauf folgende Sonntag war einer der traurigsten in der Ortsgeschichte von Sulzdorf. Ein Lob dem Rat der Stadt Hall, der sich sofort mit dem Unglück beschäftigt und Hilfsmaßnahmen einleitet.

In der Ratssitzung vom 20. Juni gab es ernste Mienen als vorgetragen wurde, dass durch Leichtsinn der Anna Maria Koppenhöffer vor wenigen Tagen nun auch noch der Kaltenberg in Schutt und Asche gelegt worden wäre. Und wieder hing die Sache mit einem Backofen zusammen. Im Kaltenberg ging die Feuersgefahr diesmal von Haus Nr. 49 aus, dem heutigen Haus Ackermann. Der Rat war auf die „beiden feurigen Sulzdorfer Weiber“ sauer und ließ sie vernehmen. Er ordnete auch an, dass die „alten bronnen wieder in gang gebracht und aufgegraben werden möchten“.
Die beiden angeklagten Frauen, die sich auf große Feuer in ihren Backöfen verstanden, überlebten das alles ziemlich gut. Die Anna Herrmännin, aus Hohenberg gebürtig, starb 1663 im 72. Jahr; die Anna Maria Koppenhöffer, gebürtig aus Oberscheffach, und nach dem Tod ihres 1. Mannes mit einem Georg Laidig verheiratet, wurde 68 Jahre alt. Die Anna und die Anna Maria und ihre Backöfen sind es wert, dass wir Sulzdorfer ihnen ein bleibendes Andenken bewahren. Am letzten Wochenende im Mai sollten wir immer an sie denken.

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