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Schwäbisch Hall

Die Stadt

Zitiert aus: www.burgen.strasse-online.de:
"Natur hat diese Stadt gewiegt und Kunst hat sie gebildet." Mit diesen Worten leitete die Dichterin Ricarda Huch 1927 ihre Schilderung der alten Reichsstadt ein. Die Entstehung Schwäbisch Halls wurde von der Natur, von der hier zu Tage tretenden Salzquelle, bestimmt. Aber es waren eben auch die Menschen, die bewirkten, dass diese abseits der großen Straßen des Mittelalters in einem engen Tal versteckte Stadt Bedeutung erlangte. Sie nutzten die Salzquelle und trieben lebhaften Handel, sie bauten schützende Mauern um die Stadt und schufen all die Kunstschätze, die Schwäbisch Hall heute zu einer Besonderheit unter den alten Städten machen.

Schwäbisch Hall zählt mit den Stadtteilen Hagenbach, Steinbach, Hessental, Tüngental, Weckrieden, Sulzdorf, Gailenkirchen, Bibersfeld, Gelbingen und Heimbach rund 35 000 Einwohner. Es ist Sitz des gleichnamigen Landkreises. Früher hieß die Stadt nur "Hall". Erst 1934 kam das Attribut "Schwäbisch" hinzu, das von den Einwohnern mehr geduldet als geliebt wird, denn sie sind nun mal keine Schwaben, sondern Franken. Die Stadt der Freilichtspiele hat eine der berühmtesten und mit 54 Stufen und 70 Meter Breite eine der größten Treppen Baden-Württembergs. Ohnehin sind Treppen symptomatisch für Schwäbisch Hall, denn Bürger und Gäste haben es bei ihrem Spaziergang durch die schmalen Gassen mit einem ständigen Auf und Ab zu tun. Wer die Stadt genießen will, und das ist nur zu Fuß möglich, der sollte sich Zeit nehmen für eine Führung, die jeden Samstagnachmittag von Mai bis Oktober durchgeführt wird. Dass Schwäbisch Hall seit seiner ersten Blüte in staufischer Zeit eine reiche Stadt war, beweisen vor allem viele Sakral- und Profanbauten aus verschiedenen Epochen. Beim Gang durch die mittelalterlich geprägte und dennoch von pulsierendem Leben erfüllte Altstadt, die als eine der schönsten historischen Altstädte in Baden-Württemberg gilt, wird man immer wieder mit Zeugnissen alter Reichsstadtherrlichkeit konfrontiert.

Ein gutes Beispiel dafür ist der Marktplatz. Hier findet man auf engstem Raum beinahe alle Baustile, die im christlichen Abendland vertreten sind: die Romanik im Westturm der Michaelskirche, die Gotik und Spätgotik in St. Michael, die Renaissance in den ehrwürdigen Patrizierhäusern südlich des Rathauses, das Barock im 1735 eingeweihten Rathaus wie auch in der ehemaligen Bürgertrinkstube, das Rokoko im ehemaligen Haus Finckh (Café am Markt) und den Klassizismus im marktseitigen Vorbau der Löwenapotheke. Die ältesten Hausteile stammen von 1250, das jüngste Gebäude von 1817. Es liegen also über 550 Jahre dazwischen, und dennoch vereinigen sich alle Stilelemente zu einem harmonischen Gesamtbild. Wenn dann mittendrin auch noch der bunte Wochenmarkt aufgebaut oder Theater gespielt wird, so zählt der Haller Marktplatz zu den schönsten weit und breit. Überhaupt ist Schwäbisch Hall eine Augenweide. Über dem Kocher wachsen romantisch die Altstadtbauten aus dem Tal empor, zwischen denen sich immer wieder grüne Oasen befinden. Über das ganze Stadtgebiet verteilen sich die Befestigungswerke der mittelalterlichen Stadtmauer. Nur zum Thema Burg hat die Stadt kaum etwas zu bieten. Die einstige Anlage der Schenken von Limpurg wurde 1575 abgerissen und ist nur noch in Umrissen zu erkennen.

Zur Geschichte

"Am Kocher Hall die löblich Statt, vom Saltzbrunn ihren Ursprung hat." So lautet ein Spruch auf der 1643 von Hans Schreyer geschaffenen "Neuhaustafel". Wie Ausgrabungen und Funde belegen, siedelten schon Kelten und Römer in vorchristlicher Zeit im Kochertal und nutzten die Salzquellen. Das Salz, das "weiße Gold des Mittelalters", förderte die Entwicklung der topographisch ungünstig im engen Tal gelegenen Siedlung und verhalf ihr zu wachsendem Ansehen und Wohlstand.

1037 im "Öhringer Stiftsbrief" als "Villa Halle" erstmals urkundlich erwähnt, entwickelte sich der Ort bald zu einer bedeutenden Stadt. Die erste urkundliche Erwähnung als Stadt stammt aus dem Jahre 1204. Ab 1280 blieb die Reichsunmittelbarkeit, die in den Jahren zuvor gegen die Schenken von Limpurg erkämpft worden war, unbestritten. Der Stadtrat setzte sich ab 1340 aus zwölf Adligen, sechs Mittelbürgern und acht Handwerkern zusammen.

Schon zu Kaiser Barbarossas Zeiten hatte Schwäbisch Hall ein eigenes Markt- und Münzrecht. Der hier geprägte Heller (ursprünglich: Häller) und das Salz, das bei der auch heute noch fließenden Quelle durch Verdampfen der Sole gewonnen wurde, trugen den Namen der Stadt in alle Lande. Das Geschäft mit dem Salz führte allerdings auch zu manchen Auseinandersetzungen. So verfügten die Erbschenken von Limpurg über das zum Salzsiedeln erforderliche Holz – und das war nicht wenig. Bis zu 130 000 Kubikmeter wurden benötigt, um 111 Pfannen zu sieden. 1431 wurde sogar das Limpurger Tor für 100 Jahre zugemauert. Um die Bedrohung einzudämmen, kaufte 1541 die Reichsstadt die aus dem 13. Jahrhundert stammende Burg der Limpurger und ließ sie 1575 abtragen.

Bereits 1523 hatte der Prediger Johannes Brenz in Hall die Reformation eingeführt. Da er jedoch kein "Bilderstürmer" war, blieben fast alle religiösen Kunstwerke in den Kirchen erhalten. Der Bauernkrieg verschonte die Stadt. Ihren Einwohnern brachte er aber den heute noch gebräuchlichen Spitznamen "Doovelich" ein, eine Verniedlichung des Vornamens David, den viele Haller ihren Söhnen gaben, nachdem sie ein überlegenes Bauernheer durch ein paar Kanonenschüsse in die Flucht geschlagen hatten. Der Dreißigjährige Krieg (1618 bis 1648) zog die Stadt hingegen schwer in Mitleidenschaft. Hunger, Pest und Typhus dezimierten die Einwohnerzahl. Zwei verheerende Brände (1680 und 1728) verwüsteten später einen großen Teil der Altstadt.

1802 war die Zeit der stolzen Reichsstadt vorbei. Württembergische Truppen besetzten im Zuge der Napoleonischen Kriege Hall und beschädigten das geistige und wirtschaftliche Leben. Die Siedersfamilien der neuen Oberamtsstadt traten ihre Quellrechte gegen eine "auf ewig zu zahlende Rente" ab, die auch heute noch vom Land Baden-Württemberg an die Nachkommen gezahlt wird.

Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte Schwäbisch Hall eine neue Blütezeit. Dank der nicht geringen Steuereinnahmen, unter anderem auch von der Bausparkasse Schwäbisch Hall, konnte die Stadt großzügig renoviert, modernisiert, erweitert und damit zu einem lebendigen und lebenswerten Mittelzentrum gestaltet werden."

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